Nichts böses ahnend stapfte ich heute den Ostenhellweg entlang, die Reinoldikirche zog an mir vorbei und die mittlerweile angenehme Abendsonne striff mein Gesicht. Die Straße war gut bevölkert und überall waren endorphingeladene glückliche Menschen.

Ich begann auf meinem Heimweg wieder mal leise in mich hineinzuträumen und wollte mich meinem Schwelgen hingeben, um wichtige Fragen zu klären (”Wer zupft Singles die Rückenhaare?”), da sah ich – in dieser Stadt der verschiendensten Nationalitäten, Mentalitäten und Traditionen – den ultimativen Beweis für erfolgreich integrierte Kulturen:

Mir entgegen kamen drei junge Mädchen türkischer Abstammung, alle um die 20 Jahre, alle relativ gutaussehend und mit Einkaufstaschen in den Händen. Sie schienen kollektiv gut gelaunt zu sein. Was alle drei miteinander verband waren ihre Abayas, ihre Gewänder. Das eine kreischend gelb wie reifer Raps, das andere knallgrün und das dritte blutrot. Nebeneinander spazierend stellten sie für Epileptiker eine echte Gefahr dar. Die drei Mädchen waren die gelungene Mixtur einheimischer Tradition und neuzeitlicher Mode. Die perfekte Symbiose zwischen Mrs. Atatürk und Powerpuff Girls.

Ich war total entzückt!

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