Shadow over Theresmouth VIII
Juli 3, 2008
Ich habe heute sowohl mich auf- als auch meine Dreckwäsche zusammengerafft und habe uns in die Wäscherei meines Vertrauens geschleppt.
Der Verein wäre für gewisse WG-Mitbewohnerinnen, die täglich waschen müssen, um ihren horrenden Verbrauch an Kleidung zu decken, sicherlich auf Dauer zu teuer – eine Wäschetrommel voll kostet 3 EUR, zwölf Minuten Trockner einen weiteren Euro – aber für Schmutzfinke wie mich, die sich bemühen, nur alle anderthalb bis zwei Wochen eine Maschine voll zu bekommen, reicht es völlig aus.
Die Bedienung ist immer besonders freundlich zu mir. Wahrscheinlich hat sie noch immer nicht vergessen, wie ich sie beim ersten Besuch um eine Einführung in die technischen Mysterien der Bedienung einer Miele gebeten hatte.
Nichtsdestotrotz empfinde ich Waschsalons als etwas unangenehmes, was in der Hasshierarchie der Haushaltstätigkeiten nur noch vom Staubsaugen getoppt wird (dazu vielleicht ein andern Mal mehr). Solche Salons sind laut, es läuft MTV auf einem Fernseher und meist herrscht eine erhöhte Luftfeuchte. Und erst diese merkwürdigen Leute, die da waschen!
Ein älterer Herr in Hemd und schwarzem Anzug, bei dem ich den Eindruck hatte, er kleidet sich auch so zum Brötchen holen und Müll rausbringen.
Eine mittelalte Dame, die mich die volle Zeit, die ich da saß, misstrauisch beäugt hat. Vermutlich hatte sie mein Hinüberschauen zu meiner Wäschetrommel missgedeutet und auf sich bezogen und rechnete damit, dass ich sie jeden Moment hinter die Trockner zerren und vergewaltigen wollte.
Von dem Mittzwanziger mit Rastalook und schmutzigen Boxershorts will ich gar nicht erst anfangen. Vermutlich hat jeder Waschsalon so einen irgendwo rumlaufen.
Wenigstens ist meine Wäsche wieder sauber. Sie riecht nicht hinreissend, sie ist nicht gebügelt und nicht alle Teile sind schon wieder trocken… aber wenigstens habe ich meine zweiwöchentliche Dosis Freakness intus.
Waschsalonwesen… absurde Existenzen, allesamt!