Neurologie… Und Schluss!
Juni 29, 2008
Sechs Wochen intensive Arbeit auf der Neuro. Das waren fast sechs Wochen durchgehender Frühdienst. Das waren einundzwanzig Tage Arbeit hintereinander, getrennt durch vier freie Tage. Das waren Lehrzeiten auf höchstem Niveau. Und Arbeiten am Menschen in intensivster positiver und negativer Hinsicht.
Seit heute abend ist der erste Arbeitsblock offiziell beendet.
Es fällt mir schwer, in Worte zu fassen, was ich ausdrücken möchte. Die ersten Wochen waren wirklich schwer und schlimm. Die Anforderungen waren beileibe nicht hoch; aber dennoch existierte eine beachtliche Diskrepanz zwischen Soll und Haben im praktischen Arbeiten. Der Umzug der Station führte zu einer weiteren Irritation; zwei Fäkalienräume statt einem zu haben war ein regelrechter Luxus; jetzt mittlerweile Gewohnheit.
Das frühe Aufstehen war, ist und wird weiterhin zum kotzen sein. Kein normaler Mensch ist dazu gemacht, um 4.30 aufzustehen. Soziale Kontakte sind auf ein Minimum reduziert, Nachmittagsnickerchen versucht man, sich weniger spießig zu reden als sie sind, und selbst an freien Tagen darf man es sich nicht leisten, seinen Schlafrhythmus allzusehr zu verändern.
Beachtlich finde ich jedoch die musikalische Entwicklung innerhalb der sechs Wochen: stand die erste Hälfte ausschließlich aus Ambient- und Trance-Kram, so entwickelte sich der Tenor gen zweite Hälfte eher in Richtung Metal.
Praxisblock 13.05.2008 – 29.06.2008
New Order – “Elegia (full version)” vom Album “Low-life”
Chicane – “Saltwater” vom Album “Behind the sun”
Underworld – “Two months off” vom Album “A hundred days off”
Kromlek – “Ode an den Feuergott” vom Album “Kveldridhur”
Joachim Witt – “Jetzt und Ehedem” vom Album “Auf Ewig”
Fazit: Danke für die Station, gut ausgewählt. Danke an das Team, gut angeleitet. Danke an die Patienten, immer schön schwer gemacht. Und danke an die EM-Ich-hupe-bis-nachts-um-zwei-Fans: you´re really true.
