Fast gefastet.

Juni 29, 2008

Pünktlich zum Ende der Arbeit soll man sich ja auch mal was gönnen. Ein leckeres Pfund Butter. Eine Karte für “The happening”. Oder eine ordentliche Gonorrhöe.

Benny und ich haben uns kollektiv gegen oben genanntes entschieden (Laktose, mieser Film, Penicillin) und fuhren Samstag gen Norden in ein schickes Kleinstädtchen namens Hörstel, um dort zusammen mit Teilen seiner Familie zu fasten.

Konkreterweise fasteten wir nicht. Während die anderen Gläser mit Heilerde-Wasser-Gemischen runterwürgten oder nur Tee zum Abendessen bekamen, arbeiteten wir uns durch handgearbeitete Salate, Könerbrote und köstliche Aufstriche, um als Abschluss heute mittag nebst Salat eine Art überbackenen Kartoffelauflauf vorgesetzt zu bekommen, dem als Beilage Wurzelgemüse und Broccoli folgte. Unaussprechlich: unser Verzücken und der Faster Entrüstung.

Ich habe irgendwann den Blick nicht mehr vom Teller gewandt, weil ich das halbe Dutzend Augen in meinem Rücken spürte, die sich hineinzubohren versuchten und mich als willensschwachen und inkonsequenten Wüstling aus dem Esszimmer zu scheuchen versuchten.

Nebenher standen Radtouren, Wanderungen und Kartenspiele auf dem Programm, ich habe mir einen ordentlichen Sonnenbrand geholt, der die EM-Gucker im Zug dazu veranlasste, mich auszulachen und Mister Crabs und Krebsmann zu nennen, und dennoch hat Benny es geschafft, pünktlich zum Spiel zuhause zu sein.

Ein schönes Wochenende.

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