Wochenend-Spätdienste
Juni 22, 2008
Reden wir nicht lange um den heißen Brei herum: Sie sind zum Kotzen.
Man erscheint um halb zwei mittags, hört sich eine ereignislose Übergabe an, sieht die Frühschichtler abhauen in ihren freien Nachmittag und steht dann vor der Misere: Kaffee austeilen, Windeln – Entschuldigung: Inkontinenzhilfen – wechseln, Tabletten zermörsern und den ahnungslosen Patienten unters Alete mischen, bewegungsunfähige Menschen im Bett von einer zur andren Seite schaukeln (Fachterminus: “lagern”) und überhaupt: Sonntag nachmittags ist auf der Arbeit alles suboptimal.
Das Gute an Wochenend-Nachmittagen sind die Anverwandten der Patienten, die auftauchen, im Wege stehen, Fragen stellen, um Extra Milch für den Kaffee bitten und angeblich versehentlich die Notfallklingeln betätigen (”Hoppla, da hatter Onkel Heinz wohl de Knopp mit de Telefon verwechselt. Öntschuldigung!”)
Gegen 18.oo greifen wir uns dann die Bagage und zwingen sie, ihrem invaliden Verwandten das Brot zu schmieren oder den Brei zu füttern. Die meisten lassen sich darauf ein, wohl darum wissend, dass ihr/e geliebte/r Opa/Oma/Papa/Mama sonst nix von dem bösen Pfleger mit dem rotblonden Zopf bekommen würde.
Ich nenne das System “kollegiale Einbeziehung unter Kooperation von Sippe”, kurz K.E.K.S.
Fuktioniert fabelhaft.