Nun muss ich mit einer Unwahrheit abrechnen: Frühes Aufstehen setzt keine Endorphine frei. Ich habe es Samstag, Sonntag und heute früh ausprobiert und abgesehen davon, dass sich mein Tagesempfinden verschoben hat (heute muss definitiv Mittwoch sein, erzähl mir nix), hat eine Weckeinstellung auf 4:35 keine berauschende Wirkung.
Meine Station ist voll bis unters Dach, selbst Privatpatienten müssen murrend einen Zimmergenossen aufnehmen. Überall Pinkelflaschen, Katheterbeutel und Invaliden mit einem Lagerungswinkel von max. 35°.
Hurra, wir sind schwerstbehindert.

Ich habe heute miterleben können, wie einem neuen Patienten (V.a. Apoplex) ein Katheter gelegt worden ist. Überraschend; ich dachte ich würde auf die Knie sinken und wimmern, aber es war verdammt interessant. Der Patient hat nicht eine Miene verzogen. Mal schauen, wie es beim Nächsten sein wird, dann vielleicht mal mit einem Patienten ohne Gesichtslähmung.

Schlaganfall-Patienten sind schon ein interessantes Grüppchen. Wiedererlangung bisheriger Fähigkeiten, Bewegungsstörungen, Sprachstörungen… manchmal, wenn alles ruhig ist, hört man aus der Akut-Station einzelne Wortfetzen… “N´gai, n´ha´ghaa, bugg-shoggog, y´hah; Yog-Sothoth, Yog Sothoth…”; aber dann wird alles wieder still.

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